Zu behaupten, das Interessanteste an der Rosenbibliothek von Inrayaqhar sind nicht die zahllosen Bücher, wäre wohl vermessen.

Und dennoch haben wir bislang kaum Zeit in den Lesesälen und Büchersammlungen verbracht, sondern widmeten unsere Aufmerksamkeit gänzlich den beiden Mordfällen. Ja, tatsächlich war zu dem Mord an Dali von Kloim, dem Mitglied des Laienordens, noch eine weitere Tote hinzugekommen: die Elfe Zuhaira. Ich gebe zu, mein Bedauern hielt sich in Grenzen, hatte sie tags zuvor doch tatsächlich die Frechheit besessen, mich erpressen zu wollen. Dennoch nahm ich gemeinsam mit den Rittern von Amadee die Ermittlungen auf – nicht zuletzt, weil eine Zusammenhang mit dem toten Dali wahrscheinlich war.

Die Untersuchung des Fundorts ergab, dass die Leiche in einem Seitenbereich der Kapelle ermordet und dann einige Meter zu jener Truhe geschliffen worden war, in der wir sie schließlich aufgefunden hatten. Auffällig war der feine Sand, der vom Tatort zu der Truhe führte. Aus den Verletzungen Zuhairas schlossen wir, dass sie zunächst an der Kehle gepackt und dann erdolcht worden war. Bei ihr fanden wir einen beschädigten schwarzen Ring mit einem Geheimfach, in welchem sich das Zeichen des Ordens der schwarzen Sonne verbarg. Nun traute ich dieser Elfe zwar alles zu, musste aber feststellen, dass der Ring gar nicht auf ihren zarten Finger passte.

Im Anschluss empfing uns der Emir um uns darüber zu informieren, dass uns eine Audienz beim Pascha gewährt wurde. Zuvor übergab er einem jeden von uns ein kleines Nyonora-Bildchen. Da es nicht besonders wertvoll aussah, wusste ich allerdings nicht, wozu es gut sein sollte. Zur Audienz begleitete uns ein gewisser Efit Alexandro, der sich mir als Ritter von Amadee vorstellte.

Der Pascha residierte in einem großen, beeindruckenden Saal mit Säulengang und einem Podest, auf dem sich der Schreibtisch befand. Auffälliger als sein hohes Alter und sein rotes Auge, war nur noch sein dampfbetriebenes Metallbein. Zu unserem Fall konnte er leider nur wenig Interessantes beitragen: Scheich Borggia, der Giftmeister wurde nach dem Diebstahl zur Finanzierung seiner Spielsucht wieder in der Bibliothek aufgenommen, da er Reue zeigte und der Bibliothek zwei wertvolle Geschenke machte.

Als wäre der Tag nicht schon anstrengend genug gewesen, suchten wir in der Nacht noch den beschneiten Rosenstrauch auf. Entsprechend unserer Interpretation des gefundenen Gedichts löschten wir alle Lichter und lenkten den Mondschein auf den Strauch (kein ganz einfaches Unterfangen, mussten wir dazu doch auf fliegenden Teppichen balancierend zwei Spiegel in luftiger Höhe richtig justieren). Und tatsächlich: Vor unseren Augen manifestierte sich ein blau leuchtendes Portal. Unserer Neugier folgend, schritten wir ohne Zögern hindurch.

Plötzlich fanden wir uns auf einem schneebedeckten Gipfel wieder und eisiger Wind peitschte uns ins Gesicht. Heftiger hätte der Kontrast zur trockenen Wüstenluft nicht ausfallen können. Wir vermuteten, uns im nördlichen Tjolberg zu befinden, konnten unseren Ort aber nicht eindeutig bestimmen. Zu sehen waren im Licht der Abenddämmerung nur die Ruinen einer einstigen Kleinstadt.

Zunächst fiel unser Blick jedoch auf die Statue, die sich reichlich deplatziert auf dem Gipfel befand. Sie stellte die Dunkelelfe Inra Jaquar, die als Wächterin des Wissens gilt, dar. Jene unter uns, die mehr mit Religion am Hut haben, erkannten sogleich, dass die Statue mit einer Glefe bewaffnet war, obwohl die Wächterin normalerweise mit einem Langschwert dargestellt wird. Der guten Ordnung halber drückten wir der Statue also ein Langschwert in die Hand und tatsächlich ließ sie daraufhin die Glefe fallen und deutete auf ein bestimmtes Gebäude der Ruinenstadt. Gab man ihr die Glefe zurück, nahm sie wieder ihre ursprüngliche Position ein. Wie kleine Kinder wiederholten wir die Prozedur mehrere Male, nur um festzustellen, dass wir vor der Statue ermüdeten. Schließlich überließen wir ihr das Langschwert und Richard packte dafür die Glefe ein, die uns als besonders effektiv gegen Drachen erschien. Dabei wussten wir da noch gar nicht, was auf uns zukommen würde.

Doch schon auf dem Weg zu dem Gebäude, auf das die Statue gedeutet hatte, hörten wir immer wieder ein Brüllen und fanden im Schnee Spuren, die auf die Gegenwart eines Frostdraka hindeuteten.

Unser Zielgebäude entpuppte sich als zerstörter Rosentempel, in dessen Inneren uns eine angenehme Wärme umfing. In der Mitte fand sich eine zwergische Statue, der jedoch eine Hand fehlte, so als wäre diese abgebissen worden. Umringt wurde die Statue von zahlreichen filetierten Leichen. Nur ein einziger der toten Zwerge hatte noch eine Rüstung an, eine glänzende Bergmusterrüstung. Auf dem sandbedeckten Boden fanden wir außerdem einen Stein, der dem Grundstein der Bibliothek ähnelte, im Gegensatz zu diesem aber eine elfische Inschrift trug. Außerdem hatte uns einer der toten Zwerge noch eine Nachricht hinterlassen. Darin schrieb er, dass ihre Mission gescheitert sei, da der Drache den Arm gestohlen habe und der Zugang zum Dunklen Turm nun für immer verwehrt wäre. Was für eine Überraschung! Da hatte Eldarim in der Bibliothek stundenlang über diesen mysteriösen Turm recherchiert und nun fanden wir hier, fernab jeden Buches, womöglich den entscheidenden Hinweis. Allerdings bedeutete dies auch, dass wir wohl oder übel jenen Drachen finden und zur Strecken bringen müssten, dem bereits dieser Rosentempel und die zahlreichen Zwerge zu Opfer gefallen waren.

Noch in der selben Nacht machten wir uns daher auf die Suche nach dem geschuppten Ungetüm, mussten jedoch müde, durchgefroren und erfolglos zum Tempel zurückkehren. Am nächsten Morgen hatten wir jedoch mehr Glück und entdeckten den Drachen inmitten der Ruinenstadt. Doch auch er hatte uns entdeckt und es kam zum Kampf. Schnell versuchten wir in den Resten der Gebäude Unterschlupf vor dem Untier zu finden, um vor seinem frostigen Odem sicher zu sein und ihn in den Nahkampf zu zwingen. Ich wähnte mich bereits in Sicherheit, da traf mich sein Odem dennoch und schickte mich zu Boden. An das was folgte, habe ich daher keine Erinnerung, doch mir wurde berichtet, dass der Drache zunächst durch mehrere feurige Angriffe geschwächt wurde. Vor allem der Eldarim dürfte ihn auf diese Weise schmerzlich verwundet haben, den er zog den Zorn des Drachen auf sich. Als dieser sich erhob um sich zum Magier zu begeben, gelangen Thorstein und Efit jedoch perfekte Treffer, die dem Untier den Garaus machten. Kämpfen können sie, die Ritter von Amadee.

Der Hort des Drachen war leider eine Enttäuschung, da dieses Exemplar offensichtlich keine Schätze sammelte, sondern eine Vorliebe für Kupfermünzen haben dürfte. Aber immerhin fanden wir die gesuchte Hand, die eine Laterne – die sogenannte Mondlaterne oder Laterne der Weisheit – hielt. Mit dieser Laterne entzündeten wir die Ölschalen im Rosentempel, woraufhin ein Portal erschien, das uns in die Bibliothek zurückbrachte.

Zurück im Warmen konnte der Mahaviadhpaladin Frederik mit neuen Erkenntnissen aufwarten. So war die tote Schreiberin paschsüchtig und als korrupt bekannt. Außerdem hatte ein Bibliothekar bei der Befragung angegeben, Tarvis im fraglichen Zeitraum nahe der Nyonora-Kapelle gesehen zu haben. Damit hatten wir einen handfesten Anhaltspunkt, auch wenn Ava ihren Bruder tapfer gegen die Anschuldigungen der Gruppe verteidigte. Tarvis selbst gab an, er habe nicht schlafen können und sei deshalb nachts herumspaziert. Er habe mit dem Gedanken gespielt in der Kirche zu beten, wusste allerdings, dass deren Betreten nachts untersagt war. Dann habe er jedoch aus dem Inneren der Kirche ein Geräusch gehört, das seine Aufmerksamkeit weckte. Er habe also die Kirche betreten, erklärte er uns, darin war jedoch niemand zu sehen und auch seine Rufe blieben unbeantwortet. Er habe sich dann zur Orgel empor begeben, sei jedoch aufgrund eines knirschenden Geräuschs von unten wieder hinab geeilt. Dort habe er zwar noch immer niemanden gesehen, jedoch die Inschrift gefunden und uns verständigt. Weiters gab der Verdächtige an, die Tote gekannt zu haben, da sie ihn kurz nach seiner Ankunft auf der Bibliothek zu erpressen versuchte, indem sie erzähle, dass Bruder Kloim wieder zu spielen begonnen habe.

Tarvis hatte also ein Motiv und die Gelegenheit die Elfe zu ermorden. Nicht zuletzt aufgrund Avas Drängen begaben wir uns jedoch nochmals in die Kirche um Tarvis Aussage zu prüfen. Dort angekommen fand ich eine Geheimtür, die mir (was mir durchaus peinlich ist) bei der ersten Untersuchung des Tatorts gar nicht aufgefallen war. Ein Gang dahinter führte jedoch bloß in die Kirche, was uns nicht weiter brachte. Aber auch Thorstein fand einen Geheimgang. Als er das Schloss zu dem Zugang unter dem Altar öffnete, wurde eine Falle aus, die jedoch zum Glück bereits deaktiviert war. Gemeinsam folgten wir dem geheimen Gang, dessen Boden mit demselben Sand bedeckt war, den wir auch beim Tatort gefunden hatten. Er führte in einen schönen, alten Raum mit Kultgegenständen zu Ehren der Nyonora. Dahinter schloss das „Labyrinth der Träume“ an, das eher den Namen „Labyrinth der Alpträume“ verdient hätte. Unter Thorsteins Führung betraten wir die verschlungenen Pfade, fanden uns nach gut einer Stunde jedoch wieder am Anfang wieder. Wie probierten es erneut und konnten bei den folgenden Versuchen den Irrgarten zu durchqueren feststellen, dass es nicht umsonst heißt, das Labyrinth werde immer tödlicher, je öfter man es durchquere. Zahlreiche Fallen versuchten uns aufzuhalten, bis es schließlich (dank mehrere Heilzauber) gelang, das Labyrinth zu durchqueren und in eine Schatzkammer der Nyonora zu gelangen. Die wichtigsten Bücher waren jedoch längst geplündert und alles deutete darauf hin, dass hier wohl schon seit einigen Jahren Drachenkultisten ihre Messen verrichten.

Unsere Untersuchung wurde jäh unterbrochen, als wir Schritte hörten und uns hastig versteckten. Niemand geringerer als Borggia, der Giftmeister, betrat den Raum und wurde von uns sogleich überwältigt. Bei seiner Einvernahm gab er an, er verstecke sich hier lediglich, bete jedoch keine Drachen an. Mit ein wenig Nachdruck unsererseits gab er schließlich zu, Dali von Kloim ermordet zu haben. Die beiden waren einst Partner beim Kartenspielen, Kloim wurde jedoch spielsüchtig und brannte sein eigenes Schloss nieder – in dem sich Borggia befand. Diesem gelang jedoch die Flucht aus dem Schloss, wobei er einige Gegenstände mitgehen ließ, da es sich bei der Familie ohnehin nur um Awasara-Anbeter gehandelt habe. Die freche Elfe wollte Borggia verraten (oder erpressen) und musste daher sterben. Den Ring, der Kloim gehörte und bei dem Kampf mit diesem zerbrach, legte er zur Elfe um ihr die Schuld für den ersten Mord in die Schuhe zu schieben. Davon abgesehen blieb er jedoch dabei, kein Drachenkultist zu sein. Es gebe nur einen einzigen solchen Kultisten hier, den er jedoch nicht verraten würde, da dies sein Todesurteil wäre. Da es auch sein Todesurteil gewesen wäre den Namen nicht zu nennen, wie wir ihm klar machten, verriet er schließlich doch noch, dass es sich um den Pascha persönlich handle. Dieser komme jede Nacht hier herab, weshalb auch die Kirche nachts nicht betreten werden dürfe.

Mit diesem Wissen legten wir uns also auf die Lauer und überwältigten den Pascha, als er die geheime Kammer betrat. Frederik zeigte sich ob seines Anblicks entsetzt, da es sich bei ihm um jenen gefallenen Adeligen handelte, den er jagte. Es stellte sich heraus, dass dieser die Bücher aus diesem Raum verkauft hatte um einen Drachenkult zu finanzieren. Außerdem war das metallene Bein bloß eine Illusion, die verbarg, dass der Pascha eigentlich ein Drachenbein hatte.

Schließlich fanden wir noch einen weiteren Geheimgang, der in eine Finsternis gehüllt war, die lediglich durch die Laterne der Weisheit durchdrungen werden konnte. Wir stießen auf 4 Statuten mit je einem Schloss, die zu sprechen begannen und uns mit einem Rätsel aufhalten wollen. Doch es gelang uns, mit dem einmaligen Schlüssel, den wir zuvor gefunden hatten, das richtige Schloss zu öffnen. Dahinter fand sich ein Raum mit Berechnungen der zwergischen Expedition zum Schwarzen Turm. Dieser konnte bislang nie gefunden werden, da er seine Position ändert. Mit den vorliegenden Berechnungen sollte es uns jedoch gelingen, seine Position zu eruieren. Ich kann es

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