Lange genug hatten wir danach gesucht, nun stand er endlich vor uns.

Der schwarze Turm. Der Turm Eldarims. Durch das Tor gelangten wir in einen Gang, der zu einer schmucklosen Steintüre führte. In der Mitte des Zimmers, das sich dahinter verbarg, ragte eine Säule aus Flammen bis zur Decke und auch die steinernen Wände schienen unter Feuer zu stehen. Ich sage bewusst „schienen“, denn wie sich herausstellte, handelte es sich bloß um eine Illusion. Allerdings um eine schmerzhaft gute Illusion.

Hinter den Flammen verbargen sich von steinernen Ranken überwucherten Wände und Durchgänge zu den Obergeschossen und in den Keller. Als unsere Diskussionen über die Ranken jäh von herannahenden Schatten unterbrochen wurden, flüchteten wir rasch durch einen der Durchgänge, der uns in den ersten Stock brachte. Auch hier fanden sich steinerne Ranken, sowie Durchgänge in verschiedene Richtungen. Wir entschieden uns für einen Weg im selben Stockwerk und kamen an mehreren gänzlich leeren Räumen vorbei, bis wir schließlich wieder im Hauptraum landeten. Ein Stockwerk bot sich uns ein ähnliches Bild, nur dass die Ranken hier jünger und frischer wirkten und nach Fisch rochen.

In Gedanken mit der Frage beschäftigt, warum Eldarim bloß so einen Turm besaß, verlor ich die Gruppe aus den Augen. Im letzten Moment sah ich jedoch Eldarim (beziehungsweise einen Elfen mit seiner Gewandung) um eine Ecke huschen, was seltsam war, da wir eigentlich nach oben wollten. Dennoch folgte ich ihm und entdeckte eine tote Frau mit einer Phiole in der Hand. Leider entglitt mir diese und ich musste vor den giftigen Dämpfen flüchten. Eine Wendeltreppe führte mich hinauf, wo der Rest der Gruppe bereits wartete. Die Ranken waren auch hier oben vorhanden, allerdings schwarz und leicht pulsierend. Kurzerhand stieß Ellie ihren Dolch in eine Tentakel, was eine zähflüssige, dunkle Flüssigkeit zum Vorschein brachte. Leitete sich hiervon Eldarims Name „Schwarzblut“ ab? Eine Analyse ergab, dass das Tentakelwesen sich von vom Turm und von Lebensenergie ernähren dürfte.

Statt weiter nach oben zu gehen, folgten wir Ellie, die Hilferufe auf unserer Ebene gehört hatte. Wir entdeckten einen Raum mit Toten, aus dem ein finsterländisch klingender Gesang erklang, weshalb wir den Raum wohlweislich geschlossen ließen. Am Weg zurück stießen wir auf drei Fäulnislarven, die versuchten uns niederzuringen und unsere Stärke zu entziehen. Ein Feuerball Eldarims bereitete ihnen jedoch rasch den Garaus.

Wieder führte unser Weg nach oben, bis wir schließlich in den Zentralraum gelangten, dem Zentrum der Tentakeln, das sich auf einem Tisch in der Mitte des Raums befand. Damit verbunden waren ein Dutzend Glaszylinder von einem Meter höhe, die sich rund um den Tisch befanden. In der trüben Flüssigkeit schwammen Kinder. Eine Stimme in unseren Köpfen befahl uns zu verschwinden, was wir natürlich nicht machten. Immer wieder tauchte auch der Geist eines Elfen, der etwas zu suchen schien, in dem Raum auf. Während er nicht fündig zu werden schien, machten wir immerhin ein paar Entdeckungen: Wir entdeckten eine steinerne, mit einem Dutzend Symbolen verzierte Karte Teleborians und stellten fest, dass die Zylinder zwergischer Machart zu sein schienen. In einem großen Zylinder, bemerkten wir, befand sich gar kein Kind, sondern ein Kristall, in dem ein Dschinn gefangen sein dürfte. Der Laborbereich ließ darauf schließen, dass das Wesen auf dem Tisch einst ein Forschungsobjekt gewesen sein dürfte und die Mutation mit den Tentakeln erst später entstand.

Als Eldarim die Geister bannt, beginnen die Kinder zu schreien und die Tankeln zu wuchern. Es kommt zum Kampf. Da ich rasch zu Boden gehe, kann ich darüber naturgemäß nicht viel sagen. Dem Geruch nach zu schließen, dürfte aber wieder einiges an Feuer im Spiel gewesen sein, bevor man mich schließlich aus den Trümmern geborgen hat. Ich bekam gerade noch mit, dass das Wesen „Kreischek“ rief, bevor es endlich zu Boden ging.

Von den Kindern konnten wir leider nur noch den schwer traumatisierten Sandibar lebend retten. Der befreite Dschinn nannte und seinen Namen – Bal’ad’zin – und schenkte uns 8 Ringe, die uns „unserer Heimat näherbringen“ sollten, wobei die Kristalle auf den Ringen der anderen das Wappen der Ritter von Amadee annahmen. Vermutlich würde etwas passieren, sobald wir 3 Ringe zusammenhielten, wobei wir noch nicht ausprobieren wollten, was.

Noch eine Ebene weiter oben, im Dach des Turmes, entdeckten wir eine Steinplatte mit einer Inschrift:

Untergang eines Reiches

Böses wurde gefangen

Gefängnis wurde beschädigt und

War so dumm es freizulassen.

Die Platte zeigte außerdem Symbole, die Ellie schon einmal auf den Trolllocken gesehen haben wollte. Unter der Platte fand sich eine mit Kristallen bestückte Maschine, die Zeitreisen ermöglich dürfte.

Am nächsten Morgen nahmen wir uns auch noch den Keller des Turmes vor. Je tiefer wir gelangten, desto stärker nahmen wir einen Geruch nach Salz und Meer wahr. Schließlich fanden wir uns in einer Halle mit nebelbedecktem Boden und drei Portalen wieder. Aus dem gegenüberliegenden trat der König der Tiefe hervor und überreichte uns eine schwarze Kugel. Im Gegenzug wünschte er sich auch etwas von uns.

Auf unserer Rückreise entdeckten wir einen fallenden Stern, dem wir folgten. Dabei trafen wir auf drei Kamelreiter auf der Suche nach dem Propheten al’Ghura, der dem schwarzen Turm folgen soll. Außerdem boten schenkten die Reiter Ellie einen Rapier, den sie aufgrund seines Namens „Todeshahn“ fast nicht annehmen wollte.

Zwei Tage später verharrte der Stern über einer Oase. Wir stießen auf Kampfspuren und ein elfisches Tempelgebäude. In dessen Inneren hauste ein Dschinnenghul, der sich sogleich auf uns stürzte. Mit einem heftigen Schlag gelingt es Eldarims Dienern aber zum Glück rasch, ihm ein Ende zu bereiten.

Ellie fand in dem Tempel eine Geheimtür und entschärfte die darauf liegende Falle aufopferungsvoll im Selbstversuch. Dahinter führte ein Gang in die Tiefe zum Grab eines Hohepriesters. Eine Stimme, die vermutlich einem Wesen mit kleinen Fingern gehörte, erschien und erklärte Richard zum Propheten, verlangte jedoch eine Prüfung des Glaubens. Richard stellte sich also in das Ölbecken, ließ eine Fackel fallen – und überlebte. Seither kann er auch mit seiner Laternen-Augenhöhle sehen und ist ein Prophet des Sothis.

Advertisements

Ein Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s